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Kirche und Sport

Folgende Fragen bekam unser Vorsitzender Hansheinrich Beha im Rahmen eines Interviews gestellt:

Gibt es Berührungspunkte zwischen Kirche und Sport?

Jede DJK-Gliederung - sowohl die Vereine, als auch die DJK-Diözesanverbände und der Bundesverband - haben einen Pfarrer oder eine Mitarbeiterin oder Mitarbeiter in der Pastoral als Geistlichen Beirat oder Geistliche Beirätin. In der Regel sind dies die für den jeweiligen Verein zuständigen Ortspfarrer. Außerdem befindet sich unser Sportamt, unser Büro, das mit einer Sekretärin und einem Bildungsreferenten besetzt ist, in einer für unsere Erzdiözese typischen Einrichtung für große katholische Verbände, dem Erzbischöflichen Seelsorgeamt, das von der Diözese eingerichtet, verwaltet und finanziert wird.

Wo haben Kirche und Sport Gemeinsamkeiten?

Sowohl Kirche als auch Sport haben den Menschen in seiner Gesamtheit, also Körper und Geist, im Blick. Im Rahmen unserer Aktivitäten als Dienststelle ,,Kirche und Sport" bieten wir auch Aus- und Weiterbildungen für hauptberuflich in der Kirche Tätige, für ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pfarrgemeinden und für Erzieherinnen in unterschiedlichen Ausbildungsphasen an.

Warum engagiert sich die Kirche überhaupt im Bereich des Sports?

Für die Kirche bietet die Unterstützung der DJK-Vereine und die gute Zusammenarbeit die Chance, Kontakte zu kirchenfernen Gruppen und auch zu nicht mehr der Kirche angehörenden Menschen aufrecht zu halten, abgebrochene Verbindungen wieder aufzunehmen, zu pflegen und auszubauen. Man erkennt seitens der Bistumsverwaltung die DJK als Verband ,,an den Rändern der katholischen Kirche" an und sieht die Chancen, die sich über den Sport bieten.

Gibt es eine Verbindung zwischen Sport und Glaube?

Eine am christlichen Glauben orientierte Wertevermittlung ergibt sich aus den Aufgaben und Zielen, die sich die DJK-Gliederungen gegeben haben. Sport ist ohne die Achtung der Persönlichkeit der Mitmenschen nicht möglich. Deshalb spielt die Fairness für unsere Sporttreibenden und unsere Funktionäre eine große Rolle. Auch die Doping-Problematik, die dem Gedanken der Fairness und des Gesundheitsschutzes von Sportlern in besonderer Weise widerspricht, haben wir als Verband angeprangert. Sehr früh und sehr eindeutig hat sich der DJK-Verband auch zum Verhalten in Missbrauchsfällen geäußert. So haben wir unseren Vereinen und deren Verantwortlichen eindeutige Verhaltensregeln für den Fall des Bekanntwerdens solcher Fälle an die Hand gegeben. Für die Verantwortlichen in den Vereinen und im Verband - vom Übungsleiter bis zum Vorsitzenden - haben wir eine Ehrenerklärung erstellt, die von den Funktionsträgern freiwillig unterzeichnet werden kann.

Wie zeigt sich bei den Sporttreibenden diese Verbindung?

Für Außenstehende ist die Religiosität der Mitglieder in den DJK-Vereinen meist nur schwer erkennbar, weil dort ja vorwiegend Sport getrieben wird. Offen erkennbar zu Tage treten meist nur Leistungssportler, die sich vor einem Wettbewerb oder nach deren erfolgreichen Abschluss bei Fernsehübertragungen bekreuzigen. Fragt man den Geistlichen Beirat unseres Bundesverbandes, der ja zugleich auch ,,Olympiapfarrer" ist und die Sportler bei allen großen Wettkämpfen begleiten darf, erfährt man, dass viele Sportlerinnen und Sportler religiös sind, ohne jedoch ihren Glauben auch sichtbar nach außen zu dokumentieren. Bedeutende Sportveranstaltungen wie auch alle DJK-internen Veranstaltungen beginnen und/oder enden mit einem - meist ökumenischen - Gottesdienst. So war es zum Beispiel auch bei der Fussball-WM der Frauen der Fall. Und bei fast allen DJK-Sitzungen - von Vereinsleitungsaufgaben bis zu Seminaren für Aus- und Weiterbildung - sind geistliche Impulse bzw. Gottesdienste fester Bestandteil der Tagesordnung.